Ungleichheit

Soziale Ungleichheit - Eine Gesellschaft rückt auseinander

Gewisse Grundformen sozialer Ungleichheit finden sich in allen Gesellschaften: Mächtige können ihren Willen gegenüber Ohnmächtigen durchsetzen, Wohlhabende leben angenehmer als Arme, Angesehene werden verehrt, Verachtete gemieden. Freilich unterscheiden sich Art und Ausmaß sozialer Ungleichheiten in verschiedenen Gesellschaften beträchtlich.

In vielen hochentwickelten Gesellschaften wachsen die sozialen Ungleichheiten: Gering Qualifizierte haben es immer schwerer, eine Erwerbstätigkeit zu finden. Die Integration vieler Zuwanderer wird schwieriger. Arbeitslosen fehlt es an Geld, Selbstachtung und Anerkennung. Immer mehr Menschen gelten als arm. Die einst tonangebenden und politisch stabilisierenden Mittelschichten schrumpfen. Die Zahl der hoch Qualifizierten und der gut Verdienenden wächst.

Soziale Ungleichheiten betreffen auf der einen Seite die alltäglichen Lebenschancen und Erfahrungen der Einzelnen. Andererseits schaffen soziale Ungleichheiten aber auch gesellschaftliche Probleme und politische Auseinandersetzungen, die über die Lebenswelt der einzelnen Menschen hinaus reichen. Die gesellschaftliche und politische Bedeutung sozialer Ungleichheit lässt sich daher kaum überschätzen. Bezeichnenderweise waren es nicht zuletzt Probleme sozialer Ungleichheit, die bereits im 19. Jahrhundert dazu führten, dass die Soziologie als eigenständige Wissenschaftsdisziplin entstand.


Bücher zum Thema:

Winfried Fluck, Welf Werner (Hg)


"Wieviel Ungleichheit verträgt die Demokratie?"
"Armut und Reichtum in den USA"
Frankfurt 2003  Campus Verlag

Anthony B. Atkinson

Ungleichheit
Was wir dagegen tun können

Stuttgart 2013 Klett-Cotta

 

Stiglitz, Joseph

Reich und Arm -
Die wachsende Ungleichheit in unserer Gesellschaft

2015 Siedler

Wilkinson & Pickett

Gleicheit.
Warum gerechte Gesellschaften für alle besser sind

Berlin 2009/2016  Haffmans Tolkemit

E I N K O M M E N S V E R T E I L U N G
Das Märchen vom Märchen der Ungleichheit. Stimmt alles gar nicht, in Deutschland geht es gar nicht so
ungerecht zu, behaupten einige. Sechs Gründe, warum die wachsende Ungleichheit gelebte Realität ist.

Die Aussage, Deutschland sei eines der ungleichsten Länder der industrialisierten Welt, ruft immer wieder erbitterten Widerstand hervor. Wir wollen offenbar kein extrem ungleiches Land sein. Aber ein ehrlicher Blick auf die Fakten zeigt, dass wir es trotzdem sind. Sechs Gründe, warum das Märchen von der Ungleichheit in Deutschland leider kein Märchen ist,
sondern gelebte Realität.
Marcel Fratzscher bei ZEIT Online

"Die Anatomie der Ungleichheit"

Warum die Gleichheit in Skandinavien am größten ist
Per Molander im Gespräch mit Sigrid Brinkmann  in Deutschlandfunk Kultur am 2.9.2017 zum Beitrag

Per Molander: "Die Anatomie der Ungleichheit. Woher sie kommt und wie wir sie beherrschen können"
Übersetzt von Jörg Scherzer
Westend-Verlag, Frankfurt/Main 2017
224 Seiten, 24 Euro