Leistungsträger

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Nach Patrick Schreiner in "Unterwerfung als Freiheit" (Seite 30)  Bild: mohamed Hassan

"Im Wesentlichen lassen sich zwei Leistungsbegriffe unterscheiden:
Auf der einen Seite ein Leistungsbegriff, der sich auf die Anstrengungen, die Zeit, die Fähigkeiten und das Wissen bezieht, die ein Mensch auf- und einbringt. Er entspricht wohl der alltagssprachlichen und verbreitesten Vorstellung von Leistung.

Ihm steht auf der anderen Seite ein Leistungsbegriff gegenüber, der sich lediglich auf Ergebnisse bezieht ("nur was hinten rauskommt zählt ...). Er entspricht in etwa dem , was alltagssprachlich  als "Ertrag" oder "Erfolg" bezeichnet wird.

Jüngere soziologische Untersuchungen haben gezeigt, dass der Gebrauch dieser Leistungsbegriffe weitgehend klassenspezifisch ist. Gerade Menschen mit großem Einkommen bzw. mit höherer Qualifikation nehmen den zweitgenannten als Maßstab: die eigene Leistung wird in ihren Augen durch finanziellen Erfolg dokumentiert bzw. ist mit diesem indentisch; der Marktpreis gilt ihnen als gerechtes Lohnkriterium. Identifizierbare Leistungsbeiträge im Sinne des erstgenannten Leistungsbegriffs hingegen halten sie für nachrangig oder unwichtig."


Menschheitsziel

Das Ziel der Ausbildung ist die Menschen in Lohn und Brot zu bringen.

Josef Kraus, Präsident des deutschen Lehrerverbandes in einer Diskussion um ein gerechtes Schulsystem im Deutschlandradio am 27.4.2013

 


 

Adorno zum liberalen Elitebegriff

Seine Unwahrhaftigkeit besteht darin, daß die Privilegien bestimmter Gruppen teleologisch für das Resultat eines wie immer gearteten objektiven Ausleseprozesses ausgegeben werden, während niemand die Eliten ausgelesen hat als etwa diese sich selber.

[Theodor W. Adorno: Kulturkritik und Gesellschaft I/II Das Bewußtsein der Wissenssoziologie]

 


 

Große Männer, große Haufen

so betitelte 2005 das Magazin brand eins eine Geschichte über den Space Park in Bremen. Große Männer - große Haufen(brand 1)


Britische Studie

Ökonomen preisen die Putzfrauen

Sind Putzfrauen und Müllmänner wichtiger für die Gesellschaft als Banker? Das behaupten jetzt britische Ökonomen - und brechen mit dem alten Lehrsatz: Wer viel verdient, hat auch viel geleistet. Die schlimmsten Wertvernichter sind der Studie zufolge Steuerberater. Hamburg - Die Boni-Banker in der Londoner City haben einen schweren Stand: Erst haben sie mit ihren Spekulationen das Land in eine Krise gestürzt und den Zorn der Briten auf sich gezogen. Zur Strafe will die Regierung jetzt die Hälfte ihrer Bonuszahlungen kassieren - was in der Branche als unfair und vollkommen überzogen empfunden wird. Und nun zeigt eine neue Studie (PDF) auch noch, dass die Arbeit der Banker verzichtbar wäre. Eine Reinigungskraft in einem Krankenhaus leistet demnach mehr für die Gesellschaft als ein Spitzenbanker im Finanzdistrikt. Die Fragestellung der Analyse hat es in sich: Experten der New Economics Foundation (NEF) wollten wissen, welche Jobs mehr zum Wohlstand der Gesellschaft beitragen. Im Falle der Banker verglichen sie deren Einkommen mit der Wirtschaftsleistung der Finanzexperten, also mit ihren Steuerzahlungen und der Anzahl der geschaffenen Jobs. Das Ergebnis fällt negativ aus: Für jedes Pfund, das die Spitzenbanker verdienen, zahlt die Gesellschaft sieben Pfund drauf. Noch verheerender fällt die Bilanz bei Steuerberatern aus: 47 Pfund kostet es die Gesellschaft, wenn einer der Steuerspargehilfen ein Pfund verdient. Der "Guardian" wird in seiner Analyse der Studie noch etwas deutlicher: Die Führungskräfte von Werbeagenturen "zerstören" mit jedem verdienten Pfund Werte der Gesellschaft in Höhe von elf Pfund. Müllmänner sind gut für die Umwelt Bei vielen Jobs im Niedriglohnsektor fällt die Rechnung ganz anders aus, nämlich positiv. So liege das Verhältnis zwischen Einkommen und gesellschaftlicher Wertschöpfung bei Müllmännern bei eins zu zwölf. Müllmänner helfen demnach, durch Recycling CO2-Emissionen einzusparen und Rohstoffverbrauch zu verringern. Die hochbezahlten Banker hingegen hätten mit fehlgeschlagenen Spekulationen hohen volkswirtschaftlichen Schaden angerichtet. In der Kinderbetreuung steht einem Pfund Einkommen ein zusätzlicher Gewinn zwischen 7,00 und 9,50 Pfund gegenüber - unter anderem, weil Eltern weiterhin arbeiten können, weil Kinder bei guter Betreuung zusätzliche Lernanreize erhalten und so in ihrer Entwicklung gefördert werden. Selbst Reinigungskräfte in einem Krankenhaus tragen laut der Studie mehr zum Wohl der Gesellschaft bei als die geschmähten Banker. "Für jedes Pfund, das wir ihnen zahlen, generieren sie mehr als zehn Pfund an gesellschaftlichem Wert", schreiben die Autoren. Die gesellschaftliche Anerkennung für ihre Leistungen bliebe den Putzkräften aber verwehrt, die Löhne extrem niedrig. Was bringt ein hoher finanzieller Anreiz für die Allgemeinheit? Es sei daher schlicht falsch, von einer hohen Bezahlung auf die gesellschaftliche Leistung zu schließen. Der oftmals angenommene Zusammenhang zwischen hohen finanziellen Anreizen und Beiträge zum Allgemeinwohl müsse vielmehr in Frage gestellt werden, schreiben die Autoren. Sie argumentieren, dass gerade diejenigen Wirtschaftszweige mit den höchsten Einkommen sich nicht an den Kosten beteiligen, die der Gesellschaft tatsächlich durch sie entstehen. Die New Economics Foundation ist eine nach eigenen Angaben unabhängige Denkfabrik, deren Forscher über soziales und nachhaltiges Wirtschaften nachdenken. 2006 stellten sie einen eigenen Index vor, mit dem sich der wirtschaftliche Erfolg eines Landes messen lassen soll: Der "Happy Planet Index" fragt nicht nach schieren Zahlen, sondern untersucht, ob die Menschen in einem Land glücklich sind. ore