Klimawandel

Die großen Ziele, auf die wir hinarbeiten sollten

1. Aus für Fossil
De fossilen Energieemissionen müssen bis 2030 um mindestens 35 Prozent gesunken sein. Dies gilt auch dann, wenn die für Heiz-, Kühl- und Industriezwecke erzeugte Energie nicht aus erneuerbaren Quellen geliefert werden kann und deshalb Fabriken geschlossen werden müssen, Menschen ihre Arbeit verlieren und das Handelsvolumen und BIP dadurch stark sinken. Es dürfen ab sofort keine Investitionen mehr in die fossile Energiewirtschaft fließen. Diese Industrie sollte bis 2030 weitgehend stillgelegt worden sein, wobei Kohle an erster Stelle steht. Mit jeder neuen Investition in diese Sektoren wird es schwieriger, das Problem zu lösen, da die Menschheit dadurch immer stärker von einem umweltschädlichen Energiesystem abhängig wird. Das Ziel sollte sein, die gesamte Fossilindustrie bis spätestens 2040 stillgelegt zu haben, unabhängig von den finanziellen Konsequenzen. Atomkraftwerke sollten noch so lange in Betrieb bleiben, bis sie das Ende ihrer Nutzungsdauer erreicht haben, nicht weil sie keine Gefahr darstellen, sondern weil sie sicherer sind als fossile Energie. Natürlich kann es weitere Unfälle wie in Fukushima oder Tschernobyl geben, aber dabei würden nur Teile der Erde für einige Jahrtausende unbewohnbar bleiben. Wenn wir hingegen weiterhin fossile Energie verbrennen, wird nahezu die gesamte Erde unbewohnbar.

2. Flugzeugfreier Himmel, autofreie Straßen

Die Verkehrsemissionen aus fossilen Kraftstoffen müssen bis 2030 um mindestens 35 Prozent und bis 2040 um über 80 Prozent gesunken sein. Dies ist zu erzielen, indem man die Nutzung konventioneller Autos, Lkws, Traktoren, Dieselloks, Schiffe und Flugzeuge durch entsprechende Vorschriften und Preisgestaltungen senkt. Für Pkws und Lkws müssen strenge Auflagen hinsichtlich Motorgrößen und Fahrdistanzen gelten. In Anbetracht der aktuellen Investitionspläne der Automobilhersteller und der Kosten für neue Fertigungskapazitäten bei Fahrzeugen sowie für erneuerbare Energien werden Elektrofahrzeuge in der ersten Dekade der Wende nur einen winzigen Prozentsatz des aktuellen Fuhrparks auf den Straßen ersetzen können. Es sind keine weiteren Investitionen in Flughäfen oder Autobahnen zu tätigen.

3. Stopp dem Zement
Die Produktion der energieintensivsten Industrien, insbesondere Erdölraffination, Papier, Nicht­eisenmetalle und Chemikalien - muss gesetzlich eingeschränkt werden. Ziel ist eine Verringerung um 50 Prozent bis 2030. Sämtliche Zementwerke sowie die meisten Metallwerke sollten so rasch wie möglich geschlossen werden, spätestens binnen fünf Jahren, außer wenn die Metalle emissionsfrei hergestellt werden können.

4. Plastik muss kosten
Plastikverpackung ist in den nächsten fünf Jahren um 50 Prozent und bis 2030 um 90 Prozent zu reduzieren. Dies kann erreicht werden, indem die Hersteller, nicht die Konsumenten, für den Müll verantwortlich gemacht werden. Verpackungen, die von den Konsumenten nicht dem Recycling zugeführt werden können, sind an den Einzelhandel zu retournieren. Wenn auch dieser keine Recyclingmöglichkeit hat, sollten die Verpackungen an die Erstverwender zurückgehen.

Die Entsorgung von Verpackungsmaterial, das diese Unternehmen nicht wiederverwerten oder wiederverwenden können, sollte so viel kosten, dass es für sie unattraktiv wird, es überhaupt erst herzustellen. Beispiel: zehn Euro pro Kilo für die ersten 100 Kilogramm Müll und anschließend 1000 Euro je weiteres Kilogramm. Der versuchte Export von Müll ist unter Strafe zu stellen.

5. Bäume leben lassen
Abholzung und Bodennutzungsänderungen sind bis 2025 um mindestens 50 Prozent und bis spätestens 2030 um 95 Prozent zu reduzieren. Die Verwendung von Palmöl ist ab 2025 für jeglichen Zweck zu verbieten. Dabei ist ein Mechanismus zur finanziellen Unterstützung der betroffenen Länder für bis zu 20 Jahre einzuführen, um ihnen den Übergang zu erleichtern.

6. Lokal denken, lokal handeln.
Die Nahrungsproduktion der Landwirtschaft und Fischerei muss radikal reformiert werden, sodass die Produktion lokal und nachhaltig – in einem für die Natur unschädlichen Umfang - erfolgt, unabhängig von den wirtschaftlichen Konsequenzen für die Nahrungsmittelhersteller, die Nahrungsmittelkosten und den Einzelhandel. Begleitend dazu ist ein System zu entwickeln, das den Konsumenten in der Übergangsphase hilft und sicherstellt, dass niemand deshalb hungert oder gesundheitlich zu Schaden kommt. Der Einsatz von Stickstoffdünger ist bis spätestens 2030 um 50 Prozent und bis 2040 um 100 Prozent zu reduzieren.

7. Gashahn abdrehen
Die Nutzung aller umweltbelastenden fluorierten Gase ist bis 2025 schrittweise einzustellen, unabhängig von den Kosten für Unternehmen.

8. Besser bauen
Die Investitionen in Gebäudeisolierung, nachhaltige Neubauten und sonstige Energieeffizienzmaßnahmen sind jährlich um 15 Prozent zu erhöhen.

9. Strom überall
Alles, was sich elektrifizieren lässt, ist durch entsprechende Investitionen zu elektrifizieren, sodass neue Herstellungs- und Transportmethoden nach und nach die auf fossilen Energieträgern basierenden Systeme ersetzen können.

10. Nachhaltiger Nahverkehr zum Nulltarif
Auch in die Bahninfrastruktur ist kräftig zu investieren, um eine nachhaltigere Mobilität gegenüber fossil betriebenen Verkehrsmitteln zu ermöglichen. Dabei sollte ebenso überlegt werden, öffentliche Verkehrs­mittel überhaupt kostenlos anzubieten.

11. Von fossil auf erneuerbar
Alle geplanten zukünftigen Investitionen in fossile Energieträger sind in den nächsten 20 Jahren in den Sektor der erneuerbaren Energien umzuschichten. Geplante Investitionen in erneuerbare Energien sind, mit staatlicher Unterstützung, um jährlich 15 Prozent zu erhöhen. Damit kann der fossile Energiesektor viel schneller ersetzt und der Umstieg auf ein erneuerbares Energienetzwerk erleichtert werden. Regierungen sollen die vielen Milliarden Euro, die derzeit an Subventionen in die fossile Energiewirtschaft fließen, an den Sektor der erneuerbaren Energien ausschütten. Flankierend ist Unterstützung für Konsumenten bereitzustellen, die in der Umstellungsphase nicht in der Lage sind, die höheren Energiekosten zu bezahlen.

12. Gemeinsam für die Meere
Errichtung einer internationalen Agentur zum Schutz der Ozeane und Behebung der ihnen bisher zugefügten Schäden. Die für die Schäden verantwortlichen Akteure sind strafrechtlich zu verfolgen.

13. Neu denken und sequestrieren
Die Investitionen in biologische Sequestrierung (COrAbscheidung und -Speicherung im Boden), Aufforstung und nachhaltige Städteplanung sind zu erhöhen. Zusätzlich sind umfangreiche Inves-titionen in Abfallmanagementlösungen zu tätigen, um die Flüsse, Böden und Meere weltweit zu entlasten.

14. Abrüstung
Verteidigungsbudgets sind auf das geringstmögliche Maß zu reduzieren und die frei werdenden Mittel in Klimaprojekte umzuleiten.

15. Die Verursacher zur Kasse bitten
Es sind umfassende Investitionen in Konzepte und Technologien zur Kohlenstoffabscheidung zu tätigen, und die Kosten der Investitionen sind den Fossilindustrien, Zernentherstellern, Rodungs­unternehmen und all jenen in Rechnung zu stellen, die in den letzten 40 Jahren als Anteilseigner in diese Unternehmen investiert haben. Die Zahlungen vonseiten dieser Akteure sollten dabei den Kapitalwert ihrer bis dato kumulierten Gewinne aus Dividenden und Wertsteigerungen ihrer Invest­ments während dieser Zeit übersteigen. Zusätzliche Strafzahlungen sind für diese Akteure zu überlegen, falls die Mittel nicht reichen. Unterstützung ist für die Angehörigen derjenigen vorzusehen, deren Vermögenswerte beschlagnahmt werden.