Ansichten von Theodorakis, Walser und anderen

Einige empfehlenswerte Blicke auf den polit-ökonomischen Hintergrund des Klassenkampfs von oben:                         
http://www.labournet.de/diskussion/eu/wipo/krise.html

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Geld teilt Menschen in Flüssige und Überflüssige

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Mikis Theodorakis in Ossietzky 15/16 2011:

Unumgänglich ist eine radikale Umstrukturierung der Schulden,  nicht nur in Griechenland, sondern in ganz Europa. Es ist undenkbar, dass Banken und Kapitaleigner, die die Verantwortung für die gegenwärtige Krise tragen, nicht einen Cent zahlen, um den Schaden, den sie angerichtet haben, gutzumachen.

Es darf nicht sein, dass Banker der einzige sichere Beruf auf der Welt ist!

Banker verkaufen Wertpapiere mit Ansprüchen auf künftige Gewinne und sie wetten mit Derivaten auf künftige Veränderungen dieser Gewinne.

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Martin Walser (geb. 1927) wird alterskomisch.

1961 gab es ein Büchlein heraus das hieß “Die Alternative oder Brauchen wir eine neue Regierung” und dokumentierte einen Widerstand gegen Franz Josef Strauß und den, wenn auch vielfach gebrochenen, Wunsch von zwanzig Intellektuellen, darunter Hans Magnus Enzensberger, Günter Grass und Peter Rühmkorf, nach einer anderen, einer sozialdemokratischen Zukunft. Herausgeber dieses Bändchens war Martin Walser. Und jener Satz bezog sich auf die Formelsprache einer als unwählbar begriffenen Politik. (Süddeutsche Zeitung vom 27.2.2004)

 

Jetzt hat Martin Walser sein Herz für FDP-Chef Guido Westerwelle entdeckt. “Seit er sichtbar und hörbar geworden ist, schau ich ihn an und hör ihm zu, und er gefällt mir”. Das schrieb der Autor von Büchern wie “Tod eines Kritikers”, “Brandung” und “Ein fliehendes Pferd” im Nachrichtenmagazin “Focus”. Der 83- Jährige erwägt sogar, zum ersten Mal in seinem Leben FDP zu wählen. Walser kritisierte, dass Westerwelle zurzeit ausschließlich an schlechten Umfrageergebnissen gemessen werde. Seine Politik werde ignoriert. Deutschland sei besser als jede andere vergleichbare Volkswirtschaft aus der Krise gekommen, meint der Schriftsteller. Der Wirtschaftsminister (Rainer Brüderle) sei ein FDP-Politiker, und der Chef dieser Partei heiße Guido Westerwelle. “Sollten es die Medien tatsächlich schaffen, Westerwelle ins Aus zu manövrieren, werde ich zum ersten Mal in meinem Leben FDP wählen”, kündigte Walser an. ( dpa 16.1.2011)